| | Kommentieren

Das große 2×5-Interview: Jeroen Willemse, 22 Jahre, Vorsitzender AStA der Hochschule RheinMain

Interview: Dirk Fellinghauer. Foto Arne Landwehr.

Welches sind aus Sicht des AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) die drängendsten Probleme für Studierende zum Semesterstart 2019/20 in Wiesbaden?

Vor allen Dingen Wohnraum. Zu Beginn des Semesters kommen unglaublich viele Studis zu uns und haben Probleme, Wohnraum zu finden. Viele pendeln deswegen. Manche haben das Glück, in der Nähe zu wohnen. Es gibt aber auch Studierende zum Beispiel aus Gießen, die dann sehr weit pendeln müssen, weil sie nichts finden. Daneben sind wir auch schon beschäftigt mit der anstehenden Novellierung des Hochschulgesetzes, ein Riesenthema ist die Systemakkreditierung. Das wird sich über Jahre hinziehen, aber wir wollen schon jetzt dranbleiben, dass wir so viel Studierende wie möglich in diesen Prozess integrieren und unsere Stimme einbringen können. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Susanne Lewalter, Leiterin Literaturhaus Wiesbaden, 48 Jahre, 1 Sohn

Das große 2×5-Interview: Susanne Lewalter, Leiterin Literaturhaus Wiesbaden, 48 Jahre, 1 Sohn

Interview: Dirk Fellinghauer. Foto: Arne Landwehr.

Welche Bedeutung hat das Literaturhaus für die und in der Stadt Wiesbaden?

Ich wünsche mir, dass es ein Ort ist, in dem viel über unsere Gesellschaft diskutiert wird – ein Ort der Debatte, das finde ich auch gerade in einer Stadt wichtig, die keine geisteswissenschaftlichen Fakultäten hat. Literatur hat oft auch ein seismographisches Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen. Es soll auch ein Ort sein, an dem Menschen an die Literatur herangeführt werden. Die Angebote für Kinder und Jugendliche haben wir ausgebaut. Nachdem wir das Café zum Glück wiedereröffnet haben, ist es einfach ein Ort, an dem sich Menschen treffen, miteinander ins Gespräch kommen. Ein Ort, der sinnlich ist, aber auch intellektuelle Auseinandersetzung mit sich bringt. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Elliott Landy, Offizieller Woodstock-Fotograf, 77 Jahre

Das große 2×5-Interview: Elliott Landy, Offizieller Woodstock-Fotograf, 77 Jahre

Interview: Olaf Neumann. Foto: Linda Landy. 

BERUF

Sie waren 1969 der offizielle Fotograf des Woodstock-Festivals. Es wird in Ihrem Buch „Woodstock Vision“ als „spirituelles Ereignis von biblischem Ausmaß“ beschrieben. Hatten Sie uneingeschränkte Fotografiermöglichkeiten?

Ich hatte vollen Zugang. Den Presseausweis brauchte ich dort gar nicht, ich habe in Woodstock für meinen Auftraggeber Michael Lang fotografiert. Ich kannte Michael schon länger, weil er wie ich in Woodstock lebte. Einmal kam er bei mir vorbei, um mich zu fragen, ob ich ein Festival fotografieren wolle, welches er gerade organisiere. Ich wollte von ihm wissen, wer dort spielen soll. Daraufhin nannte er mir ein paar Namen, und ich sagte ihm zu. Wir brauchten nicht mal einen Handschlag. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Philipp Kratz, Historiker und Buchautor, 40 Jahre, 4 Kinder

Das große 2×5-Interview: Philipp Kratz, Historiker und Buchautor, 40 Jahre, 4 Kinder

Interview: Dirk Fellinghauer. Foto: Arne Landwehr.

Eine Stadt und die Schuld – Wiesbaden und die NS-Vergangenheit seit 1945“ heißt Ihr gerade erschienenes Buch. Wenn Sie rund 430 Buchseiten auf eine Antwort zusammenfassen: Was kennzeichnet den Wiesbadener Umgang mit der NS-Vergangenheit?

Der Wiesbadener Umgang ist exemplarisch für den westdeutschen Umgang, und dieser ist sowohl eine Erfolgs- als auch eine große Defizitgeschichte. Das ist die Quintessenz. Der selbstkritische Umgang mit der eigenen Vergangenheit – sich den eigenen Verbrechen, dem Fehlverhalten zu stellen, zu diskutieren, nicht immer einer Meinung zu sein, aber das öffentlich zur Sprache zu bringen – ist eine ganz große Errungenschaft der Bundesrepublik und auch von Wiesbaden. Dies aber nicht in dem Sinne, dass man stolz drauf sein sollte. Die Deutschen und Wiesbadener sind nur deswegen die Weltmeister des Erinnerns, weil sie auch die Weltmeister im Massenmord waren. Was Defizite angeht: Die allermeisten Täter, die direkt am Holocaust beteiligt waren, wurden nicht bestraft und zur Rechenschaft gezogen. Es wurden zwar riesige Summen an Wiedergutmachung bezahlt. Aber die allermeisten sind ohne jegliche Zahlung aus dem Leben geschieden. Zudem gab es leider aus Sicht der verfolgten Opfer skandalöse Kontinuitäten – Leute, die im Dritten Reich Karriere gemacht hatten, haben das auch nachher in der Bundesrepublik wieder getan. Das war für diejenigen, die gelitten haben, unerträglich. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Dirk Schirdewahn, Neuer Leiter Wartburg, 37 Jahre, 3 Kinder

Das große 2×5-Interview: Dirk Schirdewahn, Neuer Leiter Wartburg, 37 Jahre, 3 Kinder

Interview Dirk Fellinghauer. Foto Arne Landwehr.

BERUF

Die Wartburg – 1906 eröffnet, wechselvolle Geschichte, seit 2003 Spielstätte des Staatstheaters – wird mal wieder neu erfunden. Warum und wie?

Die Wartburg wird nicht komplett neu erfunden, sie bleibt die Spielstätte des Staatstheaters und ist damit Teil einer sich im stetigen Wandel befindenden kulturellen Institution. Die Wartburg wird ab nächster Spielzeit näher an das JUST heran rücken, sie wird Heimat des Jungen Staatsmusicals und der Spielclubs. Wir werden mit einer neuen Premiere aus dem Jugendtheater das Repertoire an Stücken für Jugendliche ausbauen und Produktionen für ein Publikum ab elf Jahren in die Wartburg holen. Zudem werden wir das Angebot an experimentellen Reihen erweitern und das studentische Publikum in die Wartburg locken. Die Wartburg, die schon immer auch Sprungbrett für große Karrieren war, wird ihrer Geschichte treu bleiben und jungen Menschen eine Chance bieten, sei es auf oder hinter der Bühne. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Beatrixe Klein, Direktorin Frauenmuseum Wiesbaden, 65 Jahre

Das große 2×5-Interview: Beatrixe Klein, Direktorin Frauenmuseum Wiesbaden, 65 Jahre

Interview: Dirk Fellinghauer. Foto: Arne Landwehr

Warum brauchen Frauen ein eigenes Museum?

Das Frauenmuseum Wiesbaden ist nicht nur ein Museum für Frauen, sondern für alle Menschen, die es interessiert. Das war uns von Anfang an ganz wichtig. Das Museum braucht es, um mit dem Schwerpunkt, den wir setzen, mit einem anderen Blick auf Gesellschaft zu schauen. Zur Zeit der Entstehung hatte sich gezeigt, wo Frauen auch im kulturellen Bereich unterrepräsentiert sind. Das galt auch im musealen Bereich.  Wir haben gesagt, zum einen müssen wir bestimmte Dinge sammeln, die nicht in klassischen Museen gesammelt werden, zum anderen sind bestimmte Themen nicht besetzt. Wir waren das dritte Frauenmuseum weltweit, insgesamt gibt es heute etwa 60. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Matthias Röhrig, Leiter der Obdachlosen-Einrichtung „Teestube“, 56 Jahre, 2 Töchter

Das große 2×5-Interview: Matthias Röhrig, Leiter der Obdachlosen-Einrichtung „Teestube“, 56 Jahre, 2 Töchter

Von Dirk Fellinghauer. Foto Arne Landwehr.

Für wen ist die Teestube da?

Die Teestube ist eine Fachberatungsstelle und Tagesaufenthalt für wohnungslose Menschen und sozial ausgegrenzte Menschen. Das Klientel verändert sich in regelmäßigen Abständen.  Soziale Probleme im Land kommen mit einer Zeitverzögerung bei uns an. Momentan haben wir viele Menschen aus Osteuropa – aus Polen, inzwischen außerdem aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn.  Viele, die bei uns landen, kommen unvorbereitet, sprechen oft die Sprache nicht und erfahren dann hier, dass sie keinen Anspruch auf irgendwelche Sozialleistungen haben, so dass sie auf der Straße landen und dort auch verelenden. Wir haben inzwischen auch viele psychisch Kranke, immer mehr Menschen  mit Wahnvorstellungen. Diese ziehen auch aus ihrer Wohnung aus, weil sie die „bedrohliche“ Situation bei sich zuhause nicht aushalten.
(mehr …)

| | 2 Kommentare

Das große 2×5-Interview: Ulf Glasenhardt, KUZ Mainz-Chef, 43 Jahre

Interview: David Gutsche. Foto: Jana Kay.

Wann und wie geht es los mit dem neuen KUZ?
Es geht von 0 auf 100 los. Der Umbau wurde abgeschlossen. Wir haben alle Abläufe organisiert und müssen uns noch im Praktischen finden. Die Eröffnungswoche steigt vom 14. bis 22. Dezember mit vielen Local Heroes. Dann gibt es noch eine Party am 1. Weihnachtsfeiertag und die große Silvesternacht. Danach haben wir ein paar Tage Zeit, um das Erprobte einzusortieren und nachzusteuern. Das reguläre Programm startet dann ab dem 10. Januar mit dem Selig-Sänger Jan Plewka, Erobique, Pussy Riot und weiteren Acts. Das werden schöne Abende für Mainz – und für unser Team in Zukunft lange Nächte. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Michelle Gönder, Wiesbadener Weinkönigin Michelle I., 18 Jahre

Das große 2×5-Interview: Michelle Gönder, Wiesbadener Weinkönigin Michelle I., 18 Jahre

Interview: Dirk Fellinghauer. Foto: Arne Landwehr

BERUF

Warum braucht Wiesbaden eine Weinkönigin?

Wiesbaden hat, auch wenn das vielen gar nicht so bewusst ist, sehr viel Weinbau, gerade auch in den Stadtteilen. Das muss eine Person vertreten – und den Wein, aber auch die ganze Stadt, repräsentieren, im Rheingau oder auch anderswo. Das ist wichtig, um Touristen oder Weinkenner anzulocken. Vor allem werde ich zu den verschiedenen Weinfesten, insbesondere im Rheingau, gehen und Wiesbaden dort vertreten, aber genauso auch bei verschiedensten Terminen in der Stadt präsent sein. Ich werde auch auf Tourismusmessen dabei sein. Und ich werde für das Produkt Wein werben, gerade auch bei den jüngeren Leuten, wo Wein nicht so wirklich das Trendgetränk ist – um zu zeigen, dass der Wein doch was kann. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5 (+1)-Interview: Erdoğan-Statue, Eintagsfliege mit Langzeitwirkung

Das große 2×5 (+1)-Interview: Erdoğan-Statue, Eintagsfliege mit Langzeitwirkung

Interview und Foto: Dirk Fellinghauer

BERUF

Sie haben Wiesbaden mit Ihrem reichlich überraschenden Auftauchen auf dem Platz der deutschen Einheit ganz schön aufgemischt. Schlechtes Gewissen?

Nein, überhaupt nicht. Warum auch? Vor allem habe ich Wiesbaden und Wiesbadener miteinander ins Gespräch gebracht. Menschen mit Wurzeln in unterschiedlichsten Ländern, mit teilweise komplett konträren Ansichten, Kurden und Erdoğan-Fans, Schüler und Jugendliche und Rentner, Intellektuelle und sogenannte „einfache Leute“. Alle strömten herbei, viele von ihnen sprachen und stritten miteinander, mitten auf einem Platz in der Stadt, von Angesicht zu Angesicht, voller Temperament und Emotionen, ungefiltert und unmoderiert. So etwas war früher eigentlich selbstverständlich, heute kommt es kaum noch vor, höchstens hinter Bildschirmen und Tastatur versteckt in den Sozialen Medien. Und ganz nebenbei: Wiesbaden bundesweit in den Schlagzeilen, in Funk und Fernsehen und in der Weltpresse, von Washington Post bis New York Times – das hätte die Stadt ohne meinen Besuch wohl kaum geschafft. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das 2×5-Interview: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, 66 Jahre, 3 Kinder

Das 2×5-Interview: Dr. Helmut Müller, Geschäftsführer Kulturfonds Frankfurt RheinMain, 66 Jahre, 3 Kinder

Interview Dirk Fellinghauer. Foto Arne Landwehr.

BERUF

10 Jahre Kulturfonds Frankfurt RheinMain, 5 Jahre Geschäftsführer Helmut Müller – wie hat sich die Institution entwickelt,  welche Akzente haben Sie gesetzt?

Zunächst stand das Ziel, die kulturellen Leuchttürme der Region zu stärken, im Vordergrund. Da finden sich aber viele kleine Städte und Gemeinden nicht wieder. Deshalb haben wir den Aspekt der Vernetzung und der Förderung auch kleinerer Projekte ausgebaut.  Wir machen nun auch eigene Projekte, wie etwa die Weltmusik-Reihe. Hinzu kommen neue Felder wie das Crowdfundingprojekt „KulturMut“ und „Kunstvoll“, das Bildungsprojekt. Zudem machen wir intensiv Öffentlichkeitsarbeit. Man muss schon schauen, dass der Fonds auch bemerkt wird. Wir haben auch ein sehr gut besetztes Kuratorium. Das sind sehr hochkarätige Fachleute aus der ganzen Bundesrepublik, die die Szenen kennen und keine eigenen Interessen haben. Es ist spannend, weil man auch mitbekommt, was an anderen Orten und Plätzen so passiert. Das ist eine tolle Vernetzung. (mehr …)

| | Kommentare deaktiviert für Das große 2×5-Interview: Sammy Amara, 39 Jahre, Broilers-Sänger

Das große 2×5-Interview: Sammy Amara, 39 Jahre, Broilers-Sänger

Interview: Dirk Fellinghauer. Foto: Arne Landwehr.

BERUF

Ihr veranstaltet als Düsseldorfer Erfolgsband das „Broilers City Riot Fest“ im Schlachthof-Kulturpark. Warum gerade in Wiesbaden? 

Wiesbaden liegt super. Es ist auch lange her, dass wir hier gespielt haben. Außerdem hat der Schlachthof ein super Team, und die Location und das Gelände sind einfach geil. Wir konnten hier ein Ein-Tages-Festival nach unseren Vorstellungen kreieren, ein toller Abschluss unserer Saison. Wir haben zum einen Bands eingeladen, die wir gut kennen – Flogging Molly, Booze & Glory, Emscherkurve 77 – und zum anderen Bands, die wir sehr schätzen: The Selecter, eine Twotone-Ska-Legende aus England, und Drangsal, der wird so ein bisschen als das Pop-Wunderkind gehandelt. (mehr …)